Q U A N T I C O
  


 
 
03.12.04 - In Q3 lief das Geschäft zwar überwiegend an der Kapazitätzsgrenze, aber stark gestiegene Rohölpreise schlugen nicht nur auf die Energiepreise, sondern auch auf die Einkaufspreise für wichtige Basismaterialien wie Natur- und Synthesekautschuke durch. Hinzu kam, dass die anhaltende Schwäche des US-Dollars die Wettbewerbsintensität bei gleichzeitigen Überkapazitäten erhöhte. Das Management geht dennoch davon aus, dass sich zumindest für das Gesamtjahr 2004 eine neuerliche Verbesserung von Konzernumsatz und -ergebnis auf ein neues Rekordniveau erzielen lässt. Im Geschäftsbereich Sempermed werden im weiteren Jahresverlauf die Untersuchungshandschuhe aus den thailändischen Fertigungseinheiten einen wesentlichen Beitrag zum Umsatz- und Ergebniswachstum leisten. Die Vinylhandschuhproduktion bei der Tochter Shanghai Foremost wird dagegen enttäuschen. Die gute Auftragslage im Geschäftsbereich Semperflex stellt die volle Produktionsauslastung sowohl von Hydraulik- als auch Industrieschläuchen für den Rest des Jahres sicher. Das Geschäft mit Elastomerplatten wird sich weiterhin plankonform entwickeln. Für den Bereich Semperform lässt sich gleichfalls aus der Auftragslage eine Fortsetzung der ansprechenden Wachstumsdynamik ableiten. Im Stammwerk Wimpassing werden vor allem die Aufträge für den Eisenbahnoberbau, Erfolge im Ersatzteilgeschäft mit Rolltreppen-Handläufen und die stark belebte Nachfrage aus der Skibranche nach schwingungsdämpfenden Folien die Geschäftsausweitung tragen. Im Semperit Gummiwerk Deggendorf ist mit einem insgesamt schwächeren zweiten Halbjahr zu rechnen. Unter den Förderband-Gesellschaften wird voraussichtlich Sempertrans Belchatow im Gesamtjahr ein knapp zweistelliges Umsatzplus erreichen. Die Erwartungen für Sempertrans Nirlon liegen noch darüber.

Q3 2004 *
Umsatz120,14 Mio €3,6 %
EBIT11,11 Mio €10,7 %
Überschuss7,05 Mio €23 %
EPS0,35 €25 %
Bilanzsumme**360,5 Mio €7,9 %
Eigenkapital**172,5 Mio €11,1 %
operativer Cashflow***50,8 Mio €-8 %
* Veränderung zu Q3/2003
** Veränderung zum 31.12.2003
*** Veränderung zu Q1-Q3/2003

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25.11.04 - Das Bundeskartellamt wird die Übernahme des städtischen Krankenhauses Eisenhüttenstadt durch Rhön Klinikum untersagen. Grund dafür sei, dass sich das betreffende Einzugsgebiet mit dem von Frankfurt/Oder in Teilbereichen überschneide. Das dortige Krankenhaus ist bereits im Besitz des Unternehmens. Rhön hat angekündigt alle zur Verfügung stehenden Mittel einsetzen, um den Erwerb juristisch durchzufechten. Nach eigener Aussage hat Rhön einen gesamtdeutschen Klinikmarktanteil von 2%.

17.11.04 - Nicht sonderlich gut kamen die Aussagen des Rhön Klinikum-Managements auf der Analystenkonferenz zur weiteren Gewinnentwicklung an. Der Umsatz soll zwar im nächsten Jahr um etwa 17% auf 1,23 Mrd Euro steigen, der Gewinn dagegen bleibt mit einem prognostizierten Wachstum von etwa 5% auf 80 Mio Euro inklusive der neu erworbenen Kliniken deutlich zurück. Über die Auswirkungen der Diagnosebezogenen Fallpauschale (DRG) besteht noch völlige Unklarheit. Die sieben Klinik-Übernahmen in 2004 werden noch nicht das Ende sein. Angesichts dieser Aussichten stellt sich schnell die Frage wie weitere Übernahmen in diesem Jahr finanziert werden sollen. Die Akquisitionsaufwendungen überstiegen schon nach neun Monaten den operativen Cashflow. Selbst an großen Übernahmen von 1000-Betten-Häusern ist Rhön interessiert. Eine Kapitalerhöhung ist deshalb nicht mehr ausgeschlossen. Erst in drei Jahren sollen sich die Aufkäufe in einem zweistelligen Gewinnanstieg niederschlagen. Um die Ausgangsposition in die Zeit nach der Reform der gesetzlichen Krankenversicherung - oder in der Zeit ohne Reform - weiter zu verbessern, verstärkt der Konzern im operativen Bereich neben den Akquisitionen - 1. die Entwicklung der elektronischen Patienten-Akte als Mittel zur Prozessorganisation im Netz, - 2. die Durchsetzung der tagesklinischen Leistung, - 3. den Aufbau Medizinischer Versorgungszentren an allen Kliniken, - 4. die Entwicklung in Feldern der Spitzenmedizin und - 5. die Umsetzung des Konzepts Tele-Portal-Klinik an einigen Standorten.

Unser Fazit: Die Konzepte sind stimmig, aber das Unternehmen muss aufpassen, dass es sich nicht übernimmt. Wir würden erst bei Kursen von deutlich unter 40 Euro zum Einstieg raten. Die versteckt angekündigte Kapitalerhöhung wird den Kurs belasten. Aufgrund wahrscheinlich höherer Zinsbelastungen senken wir unsere EPS-Schätzung für 2004 auf 2,9 und für 2005 auf 3,08 Euro.
 
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