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27-09-06 - E.on stockt sein Übernahmeangebot für die spanische ENDESA S.A. auf 35 EUR je Aktie auf. Damit steigt der Preis für 100% der Aktien von bisher 27 auf rund 37 Milliarden Euro. Insgesamt sind 1,058,752,117 ENDESA-Aktien im Umlauf. Inklusive der Schulden von etwa 19 Mrd EUR (Stand 12/05) läge der von E.on unterstellte Unternehmenswert bei 56 Mrd EUR. Bezogen auf den ENDESA-Jahresumsatz in 2005 von 17,5 Mrd EUR würde E.on mit dem neuerlichen Angebot den 3,2-fachen Umsatz bezahlen. Bezogen auf den operativen ENDESA-Cashflow von etwa 3,5 Mrd EUR läge das KCV bei 16. Die Renditekriterien, welche E.on üblicherweise bei Investitionen anlegt, scheinen hier ausser Kraft gesetzt.

Sollte die Übernahme so durchgehen, würden etwa 15 Mrd EUR Goodwill für ein offensichtlich strategisches Investment ausgegeben. Das Management um W. Bernotat würde bei den geringsten Integrationsschwierigkeiten in arge Erklärungsnöte kommen. Offenbar hat man aus der überteuerten Powergen-Aquisition im Jahre 2001 im Volumen von 15 Mrd EUR nichts gelernt. Diese zog erheblichen Abschreibungsbedarf und zusätzliche Pensionsverpflichtungen nach sich. Für Powergen bezahlte E.on inklusive Schulden "nur" den 2,2-fachen Umsatz. Als wäre das noch nicht genug handelt man diesmal gegen den ausdrücklichen Willen der spanischen Politik. Denn dass der kürzliche Aufstieg eines relativ unbedeutenden spanischen Bauunternehmens zum größten ENDESA-Aktionär rein wirtschaftliche Gründe hat, glaubt in Düsseldorf hoffentlich niemand.

Die EU-Kommission hatte die von der spanischen Energieaufsicht CNE verhängten Auflagen für die Übernahme durch E.on gekippt. Der Konzern rechnet nun offiziell damit, dass das spanische Industrieministerium zügig über die von E.on eingereichte Beschwerde gegen die Auflagen entscheiden und der Rechtsauffassung der Kommission folgen werde. Eon verlangt, dass die Auflagen der CNE gestrichen werden. Die spanische Regulierungsbehörde hatte von E.on verlangt, vor der Übernahme von ENDESA etwa ein Drittel von deren Kraftwerkskapazität in Spanien zu verkaufen.

 

15-09-06 - Im ersten Halbjahr fiel der Gesamtumsatz des kroatischen Generikaproduzenten Pliva gegenüber dem Vorjahr um 14% auf 541 Mio USD. Dies ist in erster Linie auf den fast 90-prozentigen Rückgang der Lizenzeinnahmen im Zuge des Patentablaufs des Breitband-Antibiotikums Zithromax (Azithromycin) zurückzuführen. Inklusive diverser Restrukturierungskosten im Zuge des Rückzugs aus dem Pharmageschäft fiel das EBIT um 67% auf 55 Mio USD. Unterm Strich blieb ein Bilanzüberschuss von 63 Mio USD bzw. 0,72 USD je GDR (21,18 Kuna je Aktie). Im Kerngeschäft Generika stieg der Umsatz um 13% auf 443 Mio USD. Das EBIT verbesserte sich um 20% auf 37 Mio USD. Die EBIT-Marge erreichte 8%.

Die Halbjahresbilanz tritt allerdings durch den seit Monaten anhaltenden Übernahmekampf zwischen der amerikanischen Barr Pharmaceuticals Inc. und der isländischen Actavis Group in den Hintergrund. Actavis hält bereits 20% an Pliva. Das letzte Angebot von Barr ist 2,5 Mrd USD schwer und bietet den Pliva-Aktionären 820 Kuna je Aktie in bar. Bereits im Vorfeld hatte sich das Pliva-Management für die Barr-Offerte stark gemacht. Mit der Übernahme durch Barr könne sich die Beschäftigtenanzahl in Kroatien erhöhen, da Barr plane, die Produktionskapazitäten am Standort Zagreb auszubauen. Pliva rechnet damit, dass der Übernahmekampf bis Jahresende abgeschlossen sein wird. Der Übernehmer wird zum weltweit drittgrößten Hersteller von Generika nach Teva aus Israel und der Schweizer Novartis aufsteigen.

Q2/06 PLIVA... Vgl. zu Q2/05 ... * Vgl. zu 12/05
Umsatz258 Mio USD-10.6%
... davon Lizenzeinnahmen4,6 Mio USD-87%
EBIT15,4 Mio USD-75%
EBT13.9 Mio USD-74%
Überschuss ex a.o. Erträge9,1 Mio USD-82%
Überschuss per GDR ex a.o. E.0,1 USD-83%
a.o. Erträge23,6 Mio USDneg.
Überschuss32,7 Mio USDneg.
Eigenkapital nach Fremdanteilen*1,15 Mrd USD12%
Bilanzsumme*1,640 Mrd USD-1,6%
Eigenkapitalquote*70,6%864 pkt
op. Cashflow 1.Hj37,7 Mio USD-80%

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